|
Zur Geschichte unserer Gemeinde
Das Christentum fand im vorderen Odenwald früh Eingang. Das Gotteshaus in Nieder-Modau, eine Kapelle, wurde auf einem nahegelegenen Hügel erbaut, der deshalb heute noch "Kirchberg" heißt. Dies geschah wahrscheinlich schon um das Jahr 800 n. Chr. Nachdem die Kapelle etwa 400 Jahr gottesdienstlichen Zwecken gedient hatte, war sie wohl baufällig, vielleicht auch zu klein geworden. So wurde im Jahr 1220 ein größeres Gotteshaus errichtet. Rund um die Kirche war der Friedhof, der heutige Pfarrgarten der ev. Kirchengemeinde.
Als Kirchenheiligen kann seit 1489 der hl. Pankratius nachgewiesen werden. Der letzte kath. Geistliche, der zu Nieder-Modau amtierte, war Petrus Lengfeld. Er war 1519 der Erbischöflichen Behörde zu Mainz vom Landgrafen Philipp von Hessen zum Pfarrer von Nieder-Modau präsentiert. Herr Pfarrer Lengfeld wurde entlassen, als die Reformation eingeführt wurde.
Das katholische Leben war seit 1527 in Nieder-Modau mit den Gemeinden Ober-Modau, Ernsthofen, Asbach, Klein-Bieberau und Webern erstorben. Es begann erst wieder nach dem 2. Weltkrieg Ende 1946, Anfang 1947 mit den ankommenden Heimatvertriebenen, überwiegend aus dem Sudetenland und Schlesien.
Die ersten Nachkriegsjahre waren geprägt von großer Not, immenser Hilfsbereitschaft und dem unbändigen Willen zum Neuanfang. Bis zur Fertigstellung der Kirche im Jahre 1958 wurde die heilige Messe im gemieteten Saal einer Bäckerei gefeiert. Der Saal wurde anfangs zum Teil auch von Heimatvertriebenen bewohnt, die sonntags ihre Truhen zur Seite räumten, damit ein paar Bänke aufgestellt werden konnten. Mit tatkräftiger Unterstützung vieler Helfer und Helferinnen konnte im Laufe der Zeit das Pfarrhaus, die Kirche und ein kleiner Saal gebaut werden.
Das heutige Umfeld
Die Pfarrei liegt im ländlichen Raum des vorderen Odenwaldes und umfasst 9 Ortschaften (von 50 bis 2500 Einwohnern). Die Ortschaften gehören zu 3 unterschiedlichen politischen Kommunen, was eine Schwirigkeit in verschiedensten Bereichen darstellt. Für die Dörfer stellt ihre Dorfzusammenlegung zu jeweils größeren Verbänden bis heute ein Problem dar; lediglich durch Vereine erfahren sie ihre Zusammenlegung. In dieser Hinsicht bildet die Kirchengemeinde eine Chance, wobei sie allerdings jeweils Teilgebiete der drei Kommunen zusammenführt. Ursprünglich gab es hier viele Vollerwerbslandwirte. In den letzten Jahren wurden viele landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben. Die meisten Menschen müssen so mobil sein, um ihre Arbeitsplätze (in Darmstadt, Frankfurt, etc.) zu erreichen. (Lediglich eine größere Firma gibt es im Pfarrgebiet.)
Die Pfarrgemeinde hat ein verhältnismäßig junges Gesicht. 18,5% sind unter 20 Jahren alt. Unter 40 Jahren sind 48,7%. Auch wenn die Gemeinde prozentual gesehen jung ist, sind die absoluten Zahlen (auch der jungen Altersstufen) jeweils klein. So ist eine Kinder bzw. Jugendarbeit, wo es wichtig ist, dass mehrere Kinder bzw. Jugendliche ähnlicher Altersstufen zusammenfinden, recht schwierig. Projektbezogen können verschiedene Angebote realisiert werden, z.B. Kinderbibeltag, Zeltlager, monatliche Ministrantenstunde, Jugendtreff. Allerdings leiden kontinuierliche Gruppenarbeiten unter kleinen Zahlen.
Drei größere soziale Institutionen liegen auf dem Pfarrgebiet. Das Altendienstleistungszentrum des Roten Kreuzes in Nieder-Modau mit 102 Plätzen, das Hans Schütz Haus Asbach - Psychiatrische Reha - und Dauereinrichtung mit ca. 270 Plätzen - und der Birkenteiler Hof - Einrichtung für psychisch und geistig kranke Menschen mit 52 Plätzen. Im Altendienstleistunszentrum findet ein monatlicher Gottesdienst mit anschließender geselliger Runde statt. Nach Asbach gibt es für die Gottesdienste einen von der Pfarrei organisierten Busdienst. Zu Mitgliedern des Birkenteiler Hofs haben einige Modauer Kontakt.
|